Grundschuld löschen bei Verkauf

Grundschuld löschen bei Verkauf der Wohnung: So funktioniert es

Lesen sie alles Wichtige in diesem Beitrag “Grundschuld löschen bei Verkauf”. Üblicherweise verlangen Banken bei der Vergabe einer Hypothek für Immobilien einen Eintrag in das Grundbuch. Mit dieser im Volksmund genannten Grundschuld können Sie sich gegen eine eventuelle Zahlungsunfähigkeit des Kreditnehmers absichern. Der Grundbucheintrag erlischt aber nicht automatisch, wenn das Darlehen zurückbezahlt wurde. Eine Löschung muss beim Grundbuchamt beantragt werden oder die Eintragung bleibt weiterhin bestehen.

Was ist eine Grundschuld?

Beim Immobilienkauf ist es üblich, dass die Bank Sicherheiten oder ähnliches fordert, bevor sie einen Kredit für den Hausbau oder Wohnungskauf gewährt. 

Eine Grundschuld ins Grundbuch einzutragen dient neben beispielsweise einer Hypothek bei großen Geldsummen häufig als eine derartige Absicherung für die BankDiese sichert sich damit das Recht, aus der Immobilie die Zahlung der Darlehenssumme fordern zu dürfen, sollten gewisse Umstände eintreten. 

Grundschuld sowie Hypothek sind sogenannte Grundpfandrechte. Sollte der Schuldner das gewährte Darlehen also nicht ordnungsgemäß zurückzahlt, darf die Bank die Immobilie zwangsveräußern. 

Normalerweise kommt es dann zur Zwangsversteigerung. Der daraus resultierende Einkaufspreis dient zum Ausgleich der Restschuld an den Kreditgeber.

Die Grundschuld gehört zu den Grundpfandrechten. Die Regelungen zur Grundschuld wurden zuletzt durch das Gesetz zur Begrenzung der mit Finanzinvestitionen verbundenen Risiken am 19. August 2008 geändert.

Warum wird die Grundschuld nicht gelöscht?

Wenn ein Immobilienkredit endlich abbezahlt ist, können Eigentümer eine dafür eingetragene Grundschuld aus dem Grundbuch löschen lassen. Die Bank stellt dem Antragsteller dafür eine Löschungsbewilligung aus.

Auch wenn es im ersten Moment sinnlos erscheint die Grundschuld eingetragen zu lassen. Es kann unter Umständen auch sinnvoll sein, die Grundschuld stehen zu lassen.

Hat ein Immobilieneigentümer sein ursprünglich aufgenommenes Darlehen bei der Bank zurückgezahlt, bekommt er dies von der Bank mit der Löschungsbewilligung bescheinigt.

Möchte der Eigentümer die Grundschuld nicht stehen lassen, muss er damit zum Notar gehen, der dann beim Grundbuchamt die Löschung veranlasst.

Grundschuld löschen bei verkauf - Gründe dafür

  1. Für den Verkauf muss die Grundschuld gelöscht werden, da niemand eine belastete Immobilie kaufen will
  2. Falls Sie zu einem späteren Zeitpunkt verkaufen wollen, sollten Sie die Grunschuld auch direkt löschen. So müssen Sie später nicht nach allen Unterlagen suchen

Grundsätzlich kann man also sagen: Grundschuld löschen bei Verkauf lohnt sich.

Gründe dagegen

  1. Eine komplett getilgte Grundschuld wird zur Eigentümergrundschuld und kann als Sicherheit bei Finanzierungen eingesetzt werden.
  2. So müssen Sie nicht erst einen teuren Gutachter bezahlen, wenn Sie Ihre Immobilie erneut belasten wollen.

Die Höhe der Grundschuld ist gleich der Darlehnshöhe und nicht dem Kaufpreis einer Immobilie. Wenn Darlehensnehmer also viel Eigenkapital in den Kauf der Immobilie einbringen, müssen sie einen geringeren Geldbetrag als Kredit aufnehmen. 

Damit verringert sich auch die Grundschuld. Finanzieren Sie hingegen über 100% des Kaufpreises, also beispielsweise auch Modernisierungsmaßnahmen, kann die Grundschuld den Kaufpreis übersteigen. Lassen Sie sich hierzu von einem Experten beraten, den es wirkt sich definitiv darauf aus, ob es sich lohnt, die Grundschuld bei Verkauf löschen zu lassen.

Grundschuld löschen bei Verkauf - Kosten

Wenn Sie die Grundschuld bei Verkauf löschen wollen, fallen in der Regel etwas über 0,2 Prozent der Summe der Grundschuld als Gebühr an. Dies wird zwischen dem Grundbuchamt und Ihrem Notariat aufgeteilt. 

Ist also im Grundbuch eine Summe von 100.000 Euro vermerkt, fallen für das Löschen Kosten von rund 200 bis 250 Euro an. Ob es letztlich sinnvoll ist, eine Grundschuld löschen zu lassen, muss ein Immobilieneigentümer selbst entscheiden.

Einige Eigentümer empfinden es als eine sehr starke Entlastung, wenn eine Grundschuld aus dem Grundbuch geköscht wird. Das muss aber nicht so sein.

Lassen Sie sich von der Bank immer eine Löschungsbewilligung ausstellen, wenn der Kredit komplett getilgt worden ist. 

Das gilt auch, wenn die Eintragung nicht gelöscht werden soll. Bewahren Sie die Löschungsbewilligung gut auf. Verlieren Sie diese wichtige Unterlage, müssen Sie alles nochmal beantragen und auch alles nochmal bezahlen.

Grundschuld löschen bei Verkauf - Fazit

Sollen Sie beim Verkauf die Grundschuld löschen? Im Allgemeinen können wir den Reflex verstehen, die eingetragen Grundschuld so schnell wie möglich löschen zu lassen. Das kommt davon, dass der durchschnittliche Deutsche nicht so gern verschuldet ist.

Vergessen Sie aber nicht, dass sich die Grundschuld, nach der Tilgung Ihrer Hypothek, zu einer Eigentümergrundschuld wird. Das bedeutet Niemand hat ein Pfandrecht auf die Immobilie außer Sie. 

Wir würden Ihnen empfehlen die Grundschuld stehen zu lassen, wenn Sie nicht planen Ihre Immobilie zu verkaufen. Zum Beispiel, wenn Sie eine Eigentumswohnung an Ihre Kinder vererben wollen, damit diese von der Wertsteigerung der Immobilien profitieren. (Hier geht es zu unserem Artikel in dem wir Ihnen zeigen, wie Sie die Erbschaftssteuer umgehen)

Sollten Sie planen die Immobilie zu einem Zeitpunkt in der Zukunft zu verkaufen, können Sie die Grundschuld auch direkt löschen lassen. Bedenken Sie aber, dass es dann wieder einen Mehraufwand bedeutet, die Immobilie neu zu belasten.

Egal wozu Sie sich im Endeffekt entscheiden: Wir hoffen wir konnten Ihnen mit unserem Artikel einen Überblick über Ihre Möglichkeiten verschaffen und Sie können Ihre Entscheidung jetzt in aller Ruhe treffen..